Früher oder später

Das Ende des Jahres 2020 ist gekommen. Die Rückschau ist schmerzlich. Was war das für ein Jahr?

Doch umso tröstlicher ist es, dass wir trotz Widrigkeiten, Sorgen, Existenzängsten und Erschöpfung vorangekommen sind - nur nicht so weit, wie wir es eigentlich wollten.  Die von der Regierung beschlossenen Maßnahmen haben ganz Deutschland eine Vollbremsung gebracht, auf die wir bereits im Frühjahr reagieren mussten (mehr zu lesen im Blogartikel Schulgründung in Zeiten von Covid-19). Tatsache ist: Wir sind im Zeitplan etwa ein Jahr zurückgeworfen - oder?

 

Eigentlich wollten wir die Schule 2020 erstmals eröffnen können, doch das war uns nicht vergönnt, da das Gebäude nach wie vor gesucht werden muss(te) und zeitweise keine Lehrer*innen mit zweitem Staatsexamen zugesagt hatten und noch Bürgschaften gebraucht werden. Es ist zermürbend, zu wissen, dass die parallelen Anstrengungen in den Gremien weitergehen müssen, dass Kinder nicht dieses Jahr bei uns starten konnten, dass damit ganze Familien umdisponieren mussten. Trotzdem bleibt die Hoffnung - und die Hoffnung, die Kraft der Wünsche, war es, die uns diese vielen Jahre bis hierhin leitete. 

 

Was bedeutet schon ein Zeitplan in Angesicht der bedeutsamen Aufgabe, eine nachhaltige Veränderung in der Gesellschaft, in der Politik zu bewirken? Jede Krise birgt eine Chance und durch die Corona-Krise haben viele Menschen von jung bis alt erneut gespürt, wie wichtig unsere Schulen sind und zugleich wie altmodisch oder starr sie doch sind. Es gilt, neue Wege zu beschreiten, seien es mehr demokratische Beschlüsse im Schulalltag, kleinere Lerngruppen, flexiblere Stundenplangestaltung, sei es eine stabilere Schulgemeinschaft oder modernisierter Unterricht mit virtuellen Möglichkeiten. All diese Lösungsansätze haben wir bereits vor Jahren schriftlich formuliert und das daraus entstandene Schulkonzept Anfang 2020 endlich beim Schulamt eingereicht.

 

So haben wir 2020 doch einige Fortschritte erlebt, aber sie leider nicht gemeinsam feiern können. Wir haben auch fleißige Helfer*innen gefunden, und durften mit ihnen nur virtuell in Beziehung treten. Gerade diese persönlichen Begegnungen, die Geselligkeit, die uns immer wieder Lebensfreude, Bestärkung und Kraft für die nächsten Schritte gaben, waren 2020 äußerst rar bis unmöglich. Und trotzdem sind so viele Schritte noch zu gehen. Die Not von Covid-19 zeigte einmal mehr auf, wie dringend es wirklich um unser Schulsystem steht und wie bedeutsam Menschlichkeit ist. Darum gehen wir weiter. So wie der stete Tropfen den Stein höhlt, so werden auch wir langsam aber stetig diese Schule auf ihre Beine stellen. Gut Ding will Weile haben und wir wollen es wirklich gut machen!

 

Dafür möchten wir uns alle bei euch bedanken. Danken, dass ihr mit uns am Ball geblieben seid, danken, dass ihr trotz Geldnot gespendet habt, danken, dass ihr mit uns die Vision nicht aufgebt, sondern sie nährt, und danken, dass wir alle von klein bis groß an diesem großartigen Projekt so viel lernen können.

 

Gemeinsam können wir es schaffen, wie in 2020 so in 2021, wir lernen dazu, wir reifen, wir wachsen, wir gründen. Früher oder später existiert die DSF nicht mehr in unseren Köpfen und Herzen, sondern tatsächlich, in dieser Welt, für alle sichtbar und erlebbar. Darauf freuen wir uns! (Auch wenn diese Vorfreude noch viele Monate andauern wird.)

 

 

Blogbeitrag heute von:

Rosa (Mitgründerin von Beginn an)

 

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